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Mediendiskussion: Fundierte Debatten statt Populismus gefordert

11.09.2012 Kommentare (0)

Die Initiative „Keine Bildung ohne Medien!“ (KBoM) begleitet fachlich und unterstützt professionell die öffentlichen Debatten um Internet, neue Medien, Bildung und Partizipation.
Facettenreiche Programme und Kampagnen, Dialogforen und Kommissionen zu den Themenkomplexen Medien, Internet und Bildung, Zukunft unserer Kinder prägen seit einiger Zeit die öffentlichen Debatten. Seien es der Dialog Internet des Bundesministeriums für Familie, Soziales, Jugend und Frauen (BMFSFJ), das Programm Bündnisse für Bildung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin, die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags Internet und digitale Gesellschaft oder verschiedene regionale Initiativen in den einzelnen Bundesländern – in der Politik sucht man derzeit nach angemessenen Antworten auf den technologischen Wandel und seine Auswirkungen auf unsere Gesellschaft. In diesen Gremien sowie in einer Vielzahl öffentlicher Veranstaltungen werden Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis gehört, die sich in sehr differenzierter Weise mit medienpädagogischen Fragen auseinandersetzen.
Parallel dazu werden diese fachlich fundierten Prozesse immer wieder von populistischen, oft einseitig und emotional geführten Debatten gestört, wie es das aktuelle Beispiel des Buches von Manfred Spitzer „Digitale Demenz“ zeigt. Hier wird mit den Ängsten und Sorgen von Eltern und professionell Erziehenden gespielt anstatt aufzuklären. Außer Verbotsforderungen finden sich darin keine Handlungsansätze für eine altersangemessene Medienbildung von Kindern. Um Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und ihren Bezugspersonen zu fördern, ist es jedoch notwendig, über die Sorgen und Nöte von Erziehenden, aber auch über Potenziale und Chancen des Umgangs mit digitalen Medien ins Gespräch zu kommen. Vergleiche, die medienpädagogische Fachkräfte bzw. deren Arbeit sogar in die Nähe von kriminellen Handlungen rücken, entbehren jeder Grundlage. Sie sind ein nicht zu akzeptierender Angriff auf die Medienpädagogik, die seit Jahren qualitativ hochwertige Arbeit leistet und die von öffentlichen Einrichtungen, z. B. Verbänden, Institutionen der außerschulischen und schulischen Bildung sowie des Jugendschutzes, anerkannt wird.
Die Initiative „Keine Bildung ohne Medien!“ (KBoM) bemüht sich, die aktuellen Prozesse und Diskussionen zu begleiten, zu versachlichen und zu professionalisieren. Sie tritt für eine nachhaltige Förderung von Medienkompetenz und Medienbildung ein, um Kinder, Jugendliche und Erwachsene bei einem reflektierten, selbstbestimmten und sozial verantwortungsvollen Umgang mit Medien zu unterstützen. Zentrale Anliegen der Initiative sind: Medienbildung in frühkindlicher Bildung und Schule, in außerschulischen Bildungsangeboten und bei der Inklusion von Menschen mit Behinderungen, medienpädagogische Elternarbeit besonders in bildungsbenachteiligten Milieus, Regelfinanzierung medienpädagogischer Angebote, Ausbau und Förderung medienpädagogischer Netzwerke, verpflichtende Berücksichtigung der Medienbildung in den pädagogischen Studiengängen und in der Fort- und Weiterbildung, Ausbau der medienpädagogischen Forschung.
Damit will die Initiative einen Beitrag leisten, um Medienkompetenz-Förderung als kooperatives und koordiniertes Bund-Länder-Modell auf den Weg zu bringen. Die Initiative schlägt u. a. einen bundesweiten Medienbildungspakt und die Einrichtung von „Runden Tischen zur Medienbildung“ in den Bundesländern vor. Sie macht sich zudem stark für die Anerkennung des Berufsbildes „Medienpädagoge/in“.
Die Initiative geht auf das Medienpädagogische Manifest zurück, das 2009 von zentralen medienpädagogischen Einrichtungen in Deutschland veröffentlicht und von über 1.300 Personen und Organisationen unterzeichnet wurde. Ausgehend von diesem Manifest erarbeiteten über 400 Fachleute aus Bildung und Wissenschaft konkrete Forderungen und Handlungsempfehlungen. Zahlreiche Forderungen und Vorschläge von „Keine Bildung ohne Medien!“ haben in unterschiedlichen politischen Positionspapieren Resonanz gefunden, insbesondere zur medienpädagogischen Grundbildung der pädagogischen Fachkräfte. Auf der Webseite www.keine-bildung-ohne-medien.de stellt KBoM diese Entwicklungen im Detail dar.

Quelle: Pressemitteilung der Initiative „Keine Bildung ohne Medien“ (KBoM) vom 5.9.2012

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