viele Hände im Sand, die aufeinander ausgerichtet sind

Vom Individuum zum Team

Rebekka Asbach

23.07.2021 | Fachbeitrag Kommentare (0)

Wieso ist es so wichtig, als erstes auf die Individuelle Person zu schauen und dann auf die Zusammenarbeit? 

Vielleicht kennen Sie das: Sie sprechen etwas an, für sie scheint eine neue Idee absolut logisch und ihr:e Kolleg:in reagiert plötzlich anders als Sie das erwartet haben. Das hat sehr wahrscheinlich darin seinen Ursprung, dass wir in Teams ganz verschiedenen Persönlichkeiten haben. Persönlichkeiten mit den unterschiedlichsten Ressourcen, Kommunikationsmustern, Erfahrungen, Charaktereigenschaften und Werten.  

Gerade aus diesem Grund ist es - sowohl zu Beginn einer Zusammensetzung des Teams, bei dem Eintreten neue:r Mitarbeiter:innen oder jeglicher Veränderung (von innen und außen) im Team - so fundamental: Beziehung vor Inhalt 

In der Teamarbeit ist es von großer Bedeutung, die individuellen Persönlichkeiten zu beachten. Wir sind ein Team, möchten gemeinsam ein Ziel erreichen und verbringen sehr viel Zeit miteinander. 

So ist die Basis, die einzelnen Personen zu sehen, wertzuschätzen und zu kommunizieren. Bevor wir in die Zusammenarbeit gehen, müssen wir genau hinschauen: WER sind die Menschen hinter ihrer Position, welche Werte haben und vertreten sie, welche Ziele haben sie im Leben, was machen sie gerne und wer ist sie/er überhaupt? 

Wir müssen also betrachten, welche Werte jede einzelne Person mitbringt und erst dann können wir schauen, welche Werte wir als gesamtes Team vertreten. 

Kennen wir die individuellen Werte und Ressourcen können wir auf das gemeinsame Leitbild schauen, die gemeinsamen Werte des Teams. 

Welche Ziele und Visionen haben die einzelnen Teammitglieder:innen und welche Ziele und Visionen haben wir als gesamtes Team?

Gemeinsam auf den Weg machen

Die Kunst besteht darin, gemeinsam einen Weg zu gehen und über die unterschiedlichen Vorstellungen, Ziele, Werte zu sprechen. Wie ein bekanntes Sprichwort sagt: „Wer schnell gehen will, geht am besten alleine, aber wer weit gehen will, geht am besten in guter Gesellschaft“. Und genau darum geht es in Organisationen, Firmen und auch in der Kita. Denn in einem Team heißt es: Nur ein Weg, der gemeinsam gegangen wird, kann dauerhaft funktionieren und eine Verbesserung der Arbeit herbeiführen. Wird ein Weg lediglich von einer oder zwei Personen aus dem Team verfolgt, kann es schnell dazu führen, dass er nach kurzer Zeit wieder abgebrochen werden muss, da man alleine „kämpft“, sich die neuen Ideen nicht etablieren und sich die Teamatmosphäre dadurch zum Nachteil entwickelt.  

Alltag und Teamtage mit Zeit und Kommunikation

Für diese Betrachtung sind gemeinsame Zeit und dauerhafte Kommunikation der Schlüssel. Nehmen Sie sich also die Zeit im Alltag und nutzen Sie Teamtage genau dafür: Kennenlernen und Sprechen!

Nehmen Sie den Druck raus viel erarbeiten zu müssen - echtes und tiefes Kennenlernen ist die Basis und deshalb der Grundstein für das Erarbeiten von Inhalten! Ein gemeinsamer Ausflug und das gemeinsame Kochen können übrigens Wunder wirken.  

Während der gesamten Zusammenarbeit ist die Kommunikation der Schlüssel - denn nur dadurch lernen wir uns immer besser kennen, verstehen unsere Mitmenschen und können dauerhaft miteinander leben und arbeiten.

Des Weiteren kann es helfen, durch einen Blick von außen weitere Unterstützung und Sichtweisen zu bekommen. Eine gute Möglichkeit sind hier moderierte Teamtage, bei denen der Blick auf die Individuen geht und anschließend auf das System Team. 

Nicht so schnell sein 

Vielleicht sind einer Person notwendige Veränderungen bewusst, der Weg erscheint klar und die Theorie ist bekannt. Das heißt nicht, dass die anderen Teammitglieder:innen dies auch wissen, kennen oder der gleichen Ansicht sind. Wir können nicht voraussetzen, dass etwas zum Basiswissen gehört oder es jede:r weiß. Denken Sie immer daran: Kommunizieren Sie die neuen Ideen, Visionen und erkennen Sie das Kennenlernen als Basis für das Erreichen von Zielen! 

Also: Interesse an den einzelnen Teammitglieder:innen haben, Ziele klar erklären und kommunizieren: WAS soll erreicht werden und das WARUM ist ganz wichtig. Eine Begründung, Vision erstellen und Vertrauen machen viele Schritte erst nachvollziehbar!  

Am Ende lässt sich zusammenfassen, das Fundament für eine gelingende Teamarbeit sind: Interesse an unserem Gegenüber, Kommunikation, Akzeptanz für Diversität, Geduld und gemeinsame Werte. 

 

Autorinneninformationen:
 
Rebekka Asbach
 
Erziehungswissenschaftlerin: Sozialpädagogik und Sozialmanagement (MA), Sport- und Bewegungspädagogin (BA), systemische Beraterin, mehrjährige Tätigkeit als Kita-Leitung, Referentin (Teamentwicklung, Kommunikation, Resilienz), Coach (Führung, Selbstführung), Gründerin der Young Leadership Academy, Autorin, Fitnesstrainerin, Podcasterin (Führung und Selbstführung im Fokus), Speakerin beim DKLK, Dozentin an der iu internationalen Hochschule.
 
www.rebekkaasbach.com

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